112 Jahre Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen

112 Jahre Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen

Im Jahr 2018 kann die Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen auf hundertzwölf Jahre Dienst am Nächsten getreu dem Wahlspruch: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" zurückblicken.

Die erste Freiwillige Feuerwehr in unserer Gemeinde wurde im Jahre 1906 in Elsoff gegründet. Vorher gab es wie in allen Gemeinden die sogenannte Pflichtfeuerwehr. Jeder Bürger, mindestens eine Person aus jedem Haus, war bei Ausbruch eines Brandes zur Bekämpfung verpflichtet. Verantwortlich war der Bürgermeister, der in der Regel einen Brandmeister bestellte. Von Großbränden, die in einigen unserer Nachbardörfer ganze Ortsteile in Schutt und Asche legten, ist aus unserer Gemeinde nichts bekannt.

Ebenso liegen von der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Elsoff wie auch von Mitgliedern und Aktivitäten während ihres Bestehens keine schriftlichen Dokumente vor.

Über die Ausstattung gibt uns eine Fotografie von einer Übung an der alten Volksschule aus dem Jahre 1914 Auskunft. Demnach war die Feuerwehr Elsoff hervorragend ausgerüstet. Sie verfügte über eine leistungsfähige Handdruckspritze auf einem Holzwagen, Baujahr 1867, sie ist im Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda zu bewundern. Sie musste von zwei mal vier Männern betätigt werden. So konnte mehrfach mit Schlauch und Strahlrohr schlagkräftig das Feuer bekämpft werden. Wichtig waren lange Brandleitern sowie Steigergürtel, Steigerleinen und Steigerbeile und natürlich eine Schutzkleidung für die Feuerwehrmänner.

Freiwillige Feuerwehr Elsoff 1914, Übung an der Volksschule Elsoff

 

Handdruckspritze Gebr. Zilken, Baujahr 1867, Foto 750 Jahre Neunkirchen 1982

 

Für Löschwasser war die Feuerwehr in Elsoff auf den Lasterbach angewiesen, die Wasserleitung wurde erst 1926 gebaut. Bereits frühzeitig gab es ein Feuerwehrgerätehaus mit einem Schlauchturm, das „Spritzenhaus". Es steht noch heute, direkt gegenüber der Friedhofshalle in Elsoff. Zweckentfremdet dient es allerdings zurzeit einerseits der Unterbringung gemeindeeigener Gerätschaften und andererseits dem Forst als Arbeitsraum.

Ein Inventarbuch der Freiwilligen Feuerwehr Elsoff, Bez. Wiesbaden - so der Stempelaufdruck - mit einer einseitigen Zusammenstellung aus dem Jahre 1924 gibt weiteren Aufschluss: etwa 35 Aktive müssen in der Feuerwehr tätig gewesen sein, denn das Inventar weist neben anderen Ausrüstungs­gegenständen 35 Helme (à 12,65 Mark) und 35 Joppen (à 14,00 Mark) aus.

Im Jahre 1925 wurden eine Steigerleine für 8,25 Mark, zwei Steigerbeile für 20,00 Mark, ein Krankenwagen für 325,00 Mark und eine mechanische Leiter für 734,00 Mark angeschafft. Diese fahrbare Drehleiter existiert noch heute und ist im Besitze eines Landwirtes im hohen Westerwald.

 


Auszug aus dem Inventarbuch FF Elsoff 1924

 

Im Jahre 1927 wird im Protokollbuch der Feuerwehr Mittelhofen vermerkt, dass die Freiwillige Feuerwehr Elsoff zu der nachgeholten Gründungsfeier im Januar 1928 eingeladen werden soll.

Die Freiwillige Feuerwehr Elsoff hat wohl bis zum zweiten Weltkrieg bestanden, lebte allerdings nach dem Kriege nicht wieder auf.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Mittelhofen wurde am 16. Oktober 1927 gegründet. Es war in den schweren Jahren nach dem ersten Weltkrieg, gekennzeichnet durch Inflation, Massenarbeitslosigkeit und härtester parteipolitischer Machtkämpfe, aber auch in einer Zeit, in der Gemeinsinn groß geschrieben wurde. Verschiedene neue Vereine wurden in unseren beiden damals selbstständigen Gemeinden gegründet, so auch die Freiwillige Feuerwehr Mittelhofen.

Hierzu liegt noch das erste Protokollbuch vor; die Eintragungen geben Zeugnis vom Pathos, von der damaligen Begeisterung. Anstoß zur Gründung war ein Hausbrand in der Nacht vom 26. auf den 27. September 1927 in Westernohe, bei dem die damalige Pflichtfeuerwehr Mittelhofen zum Erstaunen aller als zweite Wehr am Brandherd erschien und vorbildliche Arbeit leistete.

Auszug aus dem Gründungsprotokoll der Feuerwehr Mittelhofen 1927

 

Nach dem Brand, nach getaner Arbeit lud der damalige Bürgermeister Müller zu einem Umtrunk ein. Bei dieser Gelegenheit entstand der Wunsch, statt der Pflicht- eine freiwillige Feuerwehr zu gründen, denn nur mit gut ausgebildeten Männern und gutem Kommando ließe sich die Schlagkraft der Feuerwehr verbessern.

Im Oktober 1927 fand unter Leitung des Bürgermeisters und im Beisein von Kreisbrandmeister Heinze aus Westerburg die Gründungsversammlung statt. 34 Männer waren der Einladung gefolgt und wählten aus ihrer Mitte einen Vorstand:

  • Paul Groß, erster Kommandant
  • Josef Schönberger, stellvertretender Kommandant
  • Daniel Henrich, Schriftführer
  • Alfons Müller, Kassierer
  • Philipp Salmon, Unterführer für Hydrant
  • Josef Schönberger, Unterführer für Spritze
  • Josef Seelbach, Unterführer für Steiger
  • Johann Seelbach, Unterführer für Sanitäter

Zusätzlich wurden ein Hornist und ein Stellvertreter zur Alarmierung benannt: Ludwig Mai und Ferdinand Müller.

Schon bei der Gründungsversammlung beschloss man, eine Uniform und eine Zugleiter anzuschaffen. Da noch keine Gelder in der Kasse waren, bat man die Gemeinde sowie die Brandversicherungsanstalt um finanzielle Unterstützung. Auch sollte am 8. Januar 1928 eine Gründungsfeier stattfinden, aus deren Erlös sich die Kasse füllen sollte.

Die junge Wehr ging mit Elan ans Werk. Übungen fanden regelmäßig statt, sogar Nachtübungen wurden abgehalten. Wer eine Versammlung versäumte sollte 0,10 RM, bei einer Übung sogar 0,20 RM zahlen.

Zu einem ersten Einsatz kam die Freiwillige Feuerwehr Mittelhofen in der zweiten Dezemberwoche 1929 bei einem Hausbrand in Oberrod. Am 3. November 1931 rückte sie zu einem Brand auf Hof Krempel aus. Bei beiden Einsätzen stellte die neue Wehr ihre Schlagkraft unter Beweis. Neben der Verbesserung des Ausbildungsstandes wurde auf die Pflege der Gemeinschaft und Geselligkeit besonderer Wert gelegt. Bedingt durch die schlechte wirtschaftliche Lage und der großen Arbeitslosigkeit wurde 1931 kein Beitrag erhoben.

Trotz aller finanzieller Schwierigkeiten erwarb die Wehr am 16.02.1933 ihre erste 2-Takt-Motorkraftspritze von der Fa. Flader in Jöhstadt (Sachsen), was große Begeisterung auslöste. Bereits im August des gleichen Jahres konnte sie sich mit der neuen Motorspritze bei Einsätzen in Elsoff bewähren, wo es bei drei Familien im Haus bzw. in den Stallungen brannte. Für vorbildliche Löscharbeiten erhielt die Wehr eine Prämie von 90 Reichsmark von der Nassauischen Brandversicherungsanstalt.

Die politischen Veränderungen des Jahres 1933 ließen die Feuerwehr nicht unberührt. Durch Gesetz vom 15. Dezember 1933 wurden die Freiwilligen Feuerwehren aufgelöst und mit erweiterten Aufgaben „gleichgeschaltet". Sie erhielten neben der Aufgabe der Brandbekämpfung noch den Charakter einer Hilfspolizei. Das hatte zur Folge, dass alle Mitglieder über 60 Jahren aus dem aktiven  Feuerwehrdienst ausscheiden mussten. Der Feuerlöschdienst verlor seinen freiwilligen Charakter.

In einer außerordentlichen Generalversammlung am 23. Februar 1934 wurde die neue Satzung angenommen. Die Feuerwehr nannte sich fortan „Freiwillige Feuerwehr Mittelhofen e.V.". Sämtliche Geräte und Ausrüstungsgegenstände – sie waren in einem kleinen Anbau an der Rückseite der Schule untergebracht -, sowie die Kasse mit einem Bestand von 2,93 RM wurden von der aufgelösten Wehr übernommen. Ein Jahr später enden die Eintragungen im Protokollbuch.

In der Folgezeit wirkte sich das Dritte Reich lähmend auf das Vereinsleben aus. Im zweiten Weltkrieg, der harte Opfer an Leben und Gesundheit von der Wehr forderte, ruhte es ganz.

Nach den erschwerten Kriegs- und Nachkriegsjahren lebte der Verein erst 1955 wieder auf. In einer Versammlung am 31 . Januar beschloss man, sich neu zu formieren: Wehrführer wurde Johann Schlicht. Neue Uniformen wurden angeschafft. 1958 konnte eine Tragkraftspritze - TS6 - in Betrieb genommen werden. Durch zahlreiche Einsätze im dienstlichen wie auch im gesellschaftlichen Bereich zeichnete sich die Wehr in den Folgejahren aus.

Am 1. März 1958 wurde Kurt Müller neuer Wehrführer und führte dieses nicht immer leichte Amt bis Anfang 1979. Noch 1961 waren die finanziellen Verhältnisse des Vereins bescheiden. Der Kassenbestand betrug 101 DM, dazu kam ein Guthaben von 228,16 DM auf einem Sparbuch, und das bei einem Monatsbeitrag von 0,30 DM je Mitglied. Der Bürgermeister bewilligte 25 DM aus der Gemeindekasse für Arbeiten innerhalb der Wehr.

Nach der kommunalpolitischen Vereinigung beider Dörfer im Jahre 1969 war die Freiwillige Feuerwehr Mittelhofen nun auch für die neue Gemeinde Elsoff mit den Ortsteilen Elsoff und Mittelhofen zuständig.

Sie wurde von der Ortsgemeinde als Träger der Feuerwehr tatkräftig unterstützt. 1970 erhielt die Wehr eine neue Tragkraftspritze - TS8 - mit einem dazu gehörigem Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Eine Verbesserung, ein gewaltiger Fortschritt, obwohl noch immer ein Traktor benötigt wurde, um die Spritze auf dem Anhänger zum Brandort zu transportieren!

In der Generalversammlung 1976/77 gab sich die bisherige Freiwillige Feuerwehr Mittelhofen eine neue Satzung und nannte sich forthin Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen.

Mit Traktor und Anhänger zum Brandherd, Foto 750 Jahre Elsoff und 500 Jahre Mittelhofen 1986

 

Gleichzeitig ging durch die Übernahmeverordnung von 1976 die Feuerwehr von der Ortsgemeinde in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde Rennerod über.

Am 27. und 28. August 1977 feierte die Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen, ausgehend von der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Mittelhofen im Jahre 1927 ein 50-jähriges Jubiläum.

Im Festkommers am Samstagabend konnte der Vorsitzende Joachim Müller zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben, Vertreter zahlreicher Gastfeuerwehren sowie der örtlichen Vereine begrüßen und die Gründungsmitglieder Johann Josef Mai, Paul Salmon, Klemens Mai, Klemens Kirschey, Wilhelm Orth und Mathias Schui aus Mittelhofen ehren. Eine Schauübung der Wehren aus Rennerod, Hüblingen und Oberrod schloss sich am Sonntag an.

Am Sonntagnachmittag zog ein Festzug mit Festdamen, den Gründungsmitgliedern in einer Kutsche, mit der Jubiläumswehr sowie 23 Abordnungen der Feuerwehren aus der nahen und ferneren Umgebung durch die Straßen unserer Gemeinde zum Festzelt „Unter den Eichen", musikalisch begleitet von Musikkapellen.

Der Festzug 1977

 

Ein weiterer Höhepunkt war der Festgottesdienst im neuen Feuerwehrgerätehaus am Sonntagmorgen. Nach der Einsegnung des neu errichteten Gebäudes erfolgte die offizielle Schlüsselübergabe von Verbandsbürgermeister Karl Boller an Wehrführer Kurt Müller.

Jubiläumsgottesdienst mit Schlüsselübergabe 1977

 

In dreijähriger Bauzeit war das langersehnte Gerätehaus mit großer Gerätehalle und integriertem Mannschaftsraum endlich fertiggestellt, und zwar überwiegend von den Wehrmännern gemeinsam mit engagierten Mitbürgern aus Mittelhofen in über 4 000 Arbeitsstunden Eigenleistung. Den Abriss des alten Backhauses an dieser Stelle, in dem die Dorfbewohner über Jahrhunderte ihr „täglich Brot" gebacken haben, führte eine Fachfirma aus. Kosten für den Neubau: 21 000 DM. Die Gelder wurden fast ausschließlich für die Materialbeschaffung verausgabt.

Eine großartige Leistung und Zeichen für den Gemeinschaftssinn in Elsoff und Mittelhofen, wenn man bedenkt, dass beide Ortsteile zur gleichen Zeit auch zwei Friedhofshallen in eigener Regie gebaut haben.

Im Jahre 1978 wurde in unserer Gemeinde eine Feuerwehr-Großübung durchgeführt, an der sich alle Wehren aus der Verbandsgemeinde Rennerod beteiligten. Am Ortsrand zur „Auf der Schaufel" hin wurde ein Scheunenbrand simuliert.

Im September 1979 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen das seit Jahren erwartete neue Einsatzfahrzeug. Mit Martinshorn und Blaulicht fuhr Verbandsbürgermeister Karl Boller am Gerätehaus vor, mit dabei Kreisbrandinspektor Hammer und Verbandswehrleiter Schütz.

Das erste Feuerwehrfahrzeug 1979

 

Nach der Einsegnung des Fahrzeuges durch Pfarrer Roland Theunissen übergab der Verbandsbürgermeister die Fahrzeugschlüssel an den seit Januar 1979 amtierenden Wehrführer Helmut Ruckes.

Mit dem neuen Fahrzeug war nun endlich ein schneller Einsatz vor Ort möglich, und der Zustand, dass die Motorspritze auf dem Tragkraftspritzenanhänger von einem Traktor zum Einsatzort gebracht werden musste, gehörte der Vergangenheit an.

Vom 10. auf den 11. Dezember 1979 führten starke Regenfälle zu Hochwasser in unserer Gemeinde. Keller wurden überflutet, vor allem in der Dörner Straße. Eine ausgebaute Kellerwohnung mit  Inventar stand völlig unter Wasser.

Fünf Jahre später, in der Nacht vom 22. zum 23. November 1984, brach ein Unwetter über unsere Dörfer herein und brachte erneut Hochwasser. Wieder standen Keller unter Wasser und mussten ausgepumpt werden. Die Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen war zur Stelle.

Am 1. Februar 1985 wurde ein „Förderverein Freiwillige Feuerwehr Elsoff- Mittelhofen" gegründet, und zwar aus ehemals aktiven Mitgliedern. Sie wählten sich einen Vorstand. Der neue Verein verpflichtete sich, die Wehr in allen Bereichen zu unterstützen und alle Aufgaben zum Wohle der Freiwilligen Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen zu erledigen.

In den Folgejahren hatte die Freiwillige Feuerwehr neben Einsätzen bei Verkehrsunfällen, Absperrdiensten, Verkehrsregelungen und Sicherheitswachen einige größere Einsätze in unserer Gemeinde.

Die Ausstattung der Feuerwehrmänner wurde fortlaufend verbessert und erweitert. Seit Mitte der achtziger Jahre verfügt die Wehr z. B. über Atemschutzgeräte, welche einen umluftunabhängigen Einsatz unseres Personals beispielsweise im Löschangriff innerhalb verrauchter Gebäude ermöglicht.

Im März 1986 brannte die Lagerhalle eines Holzhändlers ,,Im Scheid". Zu retten war das Holzlager nicht, es brannte vollständig ab. Die Wehr beschränkte sich auf das Abschirmen der Nachbarhäuser.

Brand in einem Holzlager 1986

 

Die Einsatzabteilung legte 1987 erstmals das Feuerwehrleistungsabzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz in Bronze ab und verbessert seitdem kontinuierlich den Ausbildungsstand durch den erneuten Erwerb bzw. den Erwerb der Stufen Silber und Gold.

Im April 1991 kam es zu einem Schwelbrand in der neu errichteten Produktionshalle einer Firma in Mittelhofen. Der Brand war schnell unter Kontrolle und verursachte nur geringen Schaden. Im Mai des gleichen Jahres brannte es auf einem Aussiedlerhof. Bei Arbeiten mit einem Winkelschleifer hatte sich Heu entzündet. Der Brand richtete erheblichen Schaden an. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf die Stallungen und das Wohngebäude verhindern.

Großalarm gab es am Abend des 20. Dezember 1997. Am Ortsausgang in Richtung Mengerskirchen brannte die Bevorratungshalle mit Heuballen eines hiesigen Schafhalters lichterloh und letztlich vollkommen ab. Für die Feuerwehr gab es nichts mehr zu retten.

Am 5. Januar 2002 kam es zu einem Einsatz besonderer Art. Auf einem Aussiedlerhof in unserer Gemarkung war auf Grund des anhaltenden Frostes bis minus 19 Grad eine Jauchegrube geplatzt. Etwa 20 bis 30 Kubikmeter Jauche liefen aus und ergossen sich über die angrenzende gefrorene Flur bis zur Straße Richtung Neunkirchen. Da die Gülle festfror, konnte die Straße nur notdürftig gesäubert werden. Erst Tage, ja Wochen später wurden die Reinigungsarbeiten zu Ende geführt.

Im März 2004 wurde die Wehr zu einem Wohnhausbrand in Mittelhofen gerufen. Dachboden und Dachstuhl eines Wohnhauses brannten. Im Einsatz waren neben der örtlichen auch die Wehren aus Hüblingen, Oberrod, Rennerod und Westerburg. Atemschutzgeräteträger bekämpften das Feuer im Speicher, während von außen die Dachziegel herunter geschlagen werden mussten, damit das Löschwasser besser eindringen konnte. Der Brand konnte unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen auf Nachbarhäuser verhindert werden. Das Haus war mehrere Monate nicht bewohnbar.

Die Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen beging 100 Jahre nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Elsoff und nahezu 80 Jahre nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Mittelhofen ihr Jubiläumsfest vom 19. bis 21. Mai 2006.

Seit 2007 verfügt die Wehr über ein neues Löschfahrzeug (Mittleres Löschfahrzeug). Funkrufname und umgangssprachlich ist das Fahrzeug der „Elsoff 42“.

Neues Löschfahrzeug MLF 2007

Unser MLF ist ein Löschfahrzeug überwiegend zur Brandbekämpfung mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe, einer Schnellangriffseinrichtung, einem Löschwasserbehälter mit 1000 Liter Inhalt sowie einer feuerwehrtechnischen Beladung für eine Gruppe ausgestattet. Es verfügt über eine Staffelkabine. Die Normbeladung wird ergänzt durch einen pneumatischen Lichtmast, eine Tauchpumpe, Beleuchtungsgerät, ein Stromaggregat sowie eine Motorsäge.

Der in 2008 gegründete Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen e. V. schaffte 2012 ein Mannschaftstransportfahrzeug (Elsoff 19) an. Die Einsatzabteilung baute das Fahrzeug für Feuerwehrzwecke aus.

Weiterhin kaufte der Förderverein in 2014 aus eigenen Mitteln einen Anhänger und baute diesen in Eigenleistung zu einem Tragkraftspritzenanhänger aus.

In den folgenden Jahren wurde die Wehr mehrfach bei Wohnhausbränden gefordert. Bei einem Wohnhausbrand am 14.10.2014 in Mittelhofen, bei einem Gebäudebrand am 04.05.2016 in Elsoff und bei einem Dachstuhlbrand am 19.07.2016 in Hüblingen wurden durch den unter Atemschutz vorgenommenen Innenangriff die Feuer sehr schnell unter Kontrolle gebracht und der Einsatz den Löschmittels minimiert. Die Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen konnte mit ihrer Ausrüstung und der Ausbildung des Personals einen erheblichen Beitrag zum Erfolg der Löschmaßnahmen beitragen.

Lehrgänge und Fortbildungen für die verschiedenen Aufgabenbereiche wurden und werden regelmäßig angeboten und zahlreich angenommen. Als Highlights gelten dabei seit wenigen Jahren die Übungen und die Realbrandausbildung der Atemschutzgeräteträger. In dieser mobilen Brandsimulationsanlage können die verschiedensten Gefahrensituationen trainiert werden.

Neben dem eigentlichen Aufgabenbereich war die Feuerwehr in den letzten Jahrzehnten auch im geselligen und gesellschaftlichen Bereich tätig. Regelmäßig fanden und findet ein Grilltag am ersten Mai - erstmals 1969 - an der Hütte in „Winnau", ein Wandertag an Christi Himmelfahrt sowie ein großer Ausflug statt. Bisher führten diese Fahrten unter anderen zum Laacher See mit Nürburgring, zum Christkindlmarkt nach Nürnberg, zum Oktoberfest nach München, zum Haus der Geschichte nach Bonn, zum Salzbergwerk in Merkers bei Marburg sowie nach Berlin mit Besichtigung des Reichstages und von Schloss Sanssouci in Potsdam.

Für die jungen Feuerwehrkameraden wurden mehrere ein- und zweitägige Kanu-Fahrten auf der Lahn und auf der Eder organisiert. Auch Fahrten zum Wasserskiparcours nach Heuchelheim fanden große Begeisterung.

In der Vorweihnachtszeit hat sich eine Weihnachtsfeier etabliert, bei der allen freiwilligen Helfern für die Arbeit und Mithilfe, für ihr zeitaufwendiges Engagement im Laufe des Jahres gedankt wird.

Höhepunkt und Abschluss des Kalenderjahres bildet das Schlachtfest „zwischen den Jahren" im Feuerwehrgerätehaus. Erstmals 1983 als Versuch gestartet, hat es sich inzwischen zum festen Bestandteil der Feiern im Jahreskreis unserer Gemeinde entwickelt. Jedes Jahr lockt das Schlachtfest der Feuerwehr wandernde Gäste einzeln sowie in Gruppen aus den umliegenden Dörfern, aber auch aus der weiteren Umgebung nach Mittelhofen - ganz gleich, ob es regnet oder schneit, ob die Wege matschig oder tief verschneit sind. Auch Vertreter aus Wirtschaft und Politik, die Bürgermeister der Nachbardörfer, der Verbandsbürgermeister, Kreis-, Landtags-, gelegentlich sogar Bundestagsabgeordnete treffen sich zu einem Plausch untereinander wie auch mit der Bevölkerung.

Die ausgeräumte Gerätehalle mit Mannschaftsraum fasst schon lange die Zahl der Gäste nicht mehr, in den letzten Jahren wurden ein Zusatzzelt und ein Vorzelt als Erweiterung der Gerätehalle aufgebaut. In der ersten Zeit wurde in eigener Regie geschlachtet, seit wenigen Jahren werden die Fleisch- und Wurstwaren aus einer Metzgerei bezogen. Die freiwilligen Helfer der Feuerwehr haben immer alle Hände voll zu tun, um die hungrige und durstige Schar zu versorgen. Geboten werden Schlachtplatten, Rippchen mit Sauerkraut, belegte Brote sowie Getränke jeder Art, - und das alles zu zivilen Preisen, wohl das Rezept des Erfolgs!

 Freiwillige Feuerwehr Elsoff-Mittelhofen 2015